Workshop-Design
Serie: Resonanzfelder · #14
Kommunikation systemisch lesen, bevor sie eskaliert
Zielgruppe:
Vorstand, Geschäftsführung, Kommunikation, Transformation, HR, Strategie
(6–12 Personen, bewusst heterogen)
Dauer:
90 Minuten (konsequent getaktet)
Ergebnis:
-
valides Resonanzfeld-Profil
-
klare Trigger-Freigaben / Sperren
-
dokumentierte Entscheidung: sprechen, strukturieren oder schweigen
🔴 Grundregel des Workshops (wichtig)
Wir diskutieren keine Botschaften.
Wir diagnostizieren Systemzustände.
Alles, was nach „Formulierung“ klingt, wird unterbrochen.
Phase 0 – Setup & Disziplin (5 Min)
Moderator sagt explizit:
Ablaufübersicht (90 Minuten)
Phase Dauer Zweck
0. Setup & Regelsetzung
5 min
Denkrahmen fixieren
1. Feldkontext klären
10 min
Neutralitätsillusion auflösen
2. Narrative sichtbar machen
15 min
Unsichtbares explizit
3. Gravitationsrichtung messen
15 min
Fallrichtung bestimmen
4. Feldenergie & Temperatur
15 min
Risiko einschätzen
5. Minimal-Trigger-Test
15 min
Realität prüfen
6. Ableitung & Freigabe
10 min
Entscheidung treffen Summe
90 min
Phase 0 – Setup & Disziplin (5 Min)
Moderator sagt explizit:
-
Keine Lösungen
-
Keine Botschaften
-
Keine Rechtfertigungen
-
Keine Zukunftsversprechen
Arbeitsobjekt definieren:
„Wir betrachten Kommunikation zu ___ in den nächsten ___ Wochen.“
Phase 1 – Feldkontext (10 Min)
(Canvas-Block 1)
Stillarbeit (5 Min):
Jede Person notiert:
-
Thema / Anlass
-
Historische Vorprägung
-
Was hier schon schiefgelaufen ist
Abgleich (5 Min):
-
Unterschiede markieren
-
Keine Diskussion, nur Sammlung
Ergebnis:
Gemeinsames Bewusstsein: Es gibt kein neutrales Feld
Phase 2 – Dominante Narrative (15 Min)
(Canvas-Block 2)
Einzelarbeit (5 Min):
Jede Person vervollständigt den Satz:
„Wenn wir ehrlich sind, glauben viele hier: ___“
Mindestens ein unangenehmes Narrativ ist Pflicht.
Clustering (10 Min):
-
ähnliche Narrative zusammenführen
-
eines als dominant markieren
Ergebnis:
Narrative, nicht Positionen
Phase 3 – Gravitationsrichtung (15 Min)
(Canvas-Block 3)
Schlüsselfrage:
„Wenn wir GAR NICHTS sagen –
was glauben die Leute trotzdem?“
Abstimmung (Dot-Voting):
-
skeptisch
-
zynisch
-
defensiv
-
offen
Mehrheit entscheidet, nicht Hierarchie.
Ergebnis:
Fallrichtung ist benannt – Absichten sind irrelevant
Phase 4 – Feldenergie & Temperatur (15 Min)
(Canvas-Block 4 & 5)
Indikatoren sammeln:
-
Reaktionsgeschwindigkeit
-
Tonalität
-
Nebenkommunikation
-
Ironie / Moralisierung / Schweigen
Einstufung:
-
Feldenergie: niedrig → extrem
-
Temperatur: kalt → überhitzt
Ergebnis:
Risikoprofil des Systems
Phase 5 – Minimal-Trigger-Test (15 Min)
(Canvas-Block 7)
Gedankentest (kein echtes Senden):
-
neutrale Information
-
offene Frage
-
vorsichtige Einordnung
Gruppe beantwortet:
-
Wohin kippt die Interpretation?
-
Wie emotional?
-
Wie schnell?
Ergebnis:
Empirische Feldmessung
(Oft der Moment, in dem Illusionen kippen.)
Phase 6 – Ableitung & Trigger-Freigabe (10 Min)
(Canvas-Block 8 & 9)
Nur diese Fragen sind erlaubt:
-
Welche Trigger sind physikalisch zulässig?
-
Welche sind gesperrt?
-
Was ist die klügste Nicht-Kommunikation?
Entscheidung dokumentieren:
-
sprechen → wie (Trigger-Typ)
-
nicht sprechen → warum
Ergebnis:
Klare Freigabe / Sperre
Output des Workshops (verbindlich)
Nach 90 Minuten existieren:
-
1 ausgefüllte Resonanzfeld-Canvas
-
1 Trigger-Freigabe-Status
-
1 dokumentierte Führungsentscheidung
Kein weiteres Abstimmungsmeeting nötig.
Typische Aha-Momente (erfahrungsgemäß)
-
„Wir dachten, das Feld sei ruhig – ist es nicht.“
-
„Unsere stärkste Botschaft wäre aktuell hochriskant.“
-
„Nicht zu sprechen ist gerade Führung.“
-
„Das Problem ist strukturell, nicht kommunikativ.“
Wann dieser Workshop NICHT geeignet ist
❌ reine Kampagnenplanung
❌ Kreativkonzepte
❌ Content-Produktion
❌ Employer-Branding-Workshops
Er ist ein Vorfeld-Instrument, kein Umsetzungsformat.
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